Liebe Leserinnen, liebe Leser,
von Zeit zu Zeit tut es ganz gut Platz zu schaffen. Wir informieren Sie darüber, welche betrieblichen Unterlagen ab 2016 entsorgt werden können.

Zeitlich begrenzt ist der Einsatz alter Registrierkassen. Die Nachsicht der Finanzverwaltung endet am 31. Dezember 2016.

Auch bei Abfindungen spielt in puncto Steuerbegünstigung die Zeit eine Rolle – nämlich dann, wenn Abfindungen in zwei unterschiedlichen Jahren ausbezahlt werden.

Keine Frage der Zeit, sondern vielmehr eine Frage der Kaufpreiszuordnung ist die Finanzierung einer gemischt genutzten Immobilie, um die Schuldzinsen zu optimieren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und FROHE OSTERN!

Herzlichst

Ihr

Otto Kieninger und Joachim Vogel
ab in den Reißwolf
Es ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben, welche betrieblichen Unterlagen, wie lange aufbewahrt werden müssen. Wir zeigen Ihnen auf, welche betrieblichen Unterlagen ab 2016 in den Reißwolf können:

• Zehn Jahre
Jahresabschlüsse, Inventare, Lageberichte, Eröffnungsbilanzen und Buchungsbelege müssen zehn Jahre aufbewahrt werden. Daher können diese Unterlagen des Jahres 2005 und früherer Jahre ab 2016 vernichtet werden.

• Sechs Jahre
Handels- und Geschäftsbriefe sowie Unterlagen, die für die Besteuerung relevant sind (zum Beispiel Ein- und Ausfuhrunterlagen, Stundenlohnzettel) müssen sechs Jahre aufgehoben werden. Unterlagen des Jahres 2009 und früherer Jahre können ab 2016 vernichtet werden.

Achtung: Der Fristlauf beginnt jeweils mit dem Schluss des Jahres, in dem die letzte Eintragung in Geschäftsbücher gemacht wurde oder Handels- und Geschäftsbriefe empfangen beziehungsweise abgesandt worden sind.
Wurde zum Beispiel ein Jahresabschluss 2005 erst in 2008 erstellt, kann dieser erst ab 2019 entsorgt werden.


Wichtiger Hinweis: Vor der Entsorgung sollten Sie beachten, dass die Aufbewahrungsfrist nicht abläuft, sofern Unterlagen für noch nicht verjährte Steuerfestsetzungen von Bedeutung sind.

Unser Tipp: Ungeachtet der Aufbewahrungsfristen sollte die Aufbewahrung von Unterlagen zum Nachweis von Anschaffungskosten geprüft werden.
alles hat ein Ende
Eine ordnungsgemäße Buchführung setzt auch eine ordnungsgemäße Kassenführung voraus. Gerade bei Betriebsprüfungen wird die Kassenführung genau unter die Lupe genommen. Derzeit sind EDV-Registrierkassen ohne Einzelaufzeichnungen und ohne Datenexportmöglichkeit noch unproblematisch. Doch dies gehört bald der Vergangenheit an: Der Einsatz dieser Kassen ist nur noch bis Ende 2016 zulässig.

Für elektronische Registrierkassen gilt grundsätzlich eine Einzelaufzeichnungspflicht. Bei EDV-Registrierkassen ohne Einzelaufzeichnung und ohne Datenexportmöglichkeit, die nicht entsprechend aufgerüstet werden können, ist die Finanzverwaltung momentan noch nachsichtig. Doch diese Nachsicht endet am 31. Dezember 2016. Das bedeutet: Die „alten Registrierkassen“ sind  nur noch bis zum Jahresende einsetzbar.

Hinweis: Sämtliche Unterlagen – Aufbewahrung des Z-Bons, Organisationsunterlagen sowie weitere, im Rahmen des Tagesabschlusses abgerufene Ausdrucke der Registrierkasse sind zehn Jahre lang aufzubewahren. Erfolgt der Ausdruck auf Thermopapier, müssen die Belege, aufgrund der Sicherstellung der Lesbarkeit, kopiert werden.

Fakt ist: Ab 1. Januar 2017 dürfen nur noch Kassen mit Einzelaufzeichnungen und Datenexportmöglichkeit eingesetzt werden. Die offene Ladenkasse ist nach wie vor zulässig.

Führende Kassenhersteller bieten zu ganz vernünftigen Preisen EDV-Registrierkassen mit Fiskalspeicher an, die jeden über die Kasse eingegebenen Umsatz erfassen, speichern und später digital für die Prüfung des Finanzamts ausgeben.
ausnahmsweise unschädlich
Die Steuerbegünstigung für eine Abfindung wird auch dann gewährt, wenn ein Teilbetrag der Abfindung in einem anderen Jahr ausgezahlt wird und dieser Teilbetrag nur eine geringfügige Nebenleistung darstellt. Allerdings wird in diesem Fall die Steuerbegünstigung nur für die Hauptleistung gewährt.

Hintergrund: Außerordentliche Einkünfte, zum Beispiel kündigungsbedingte Abfindungen werden mit einem günstigeren Steuersatz besteuert (sogenannte Tarifermäßigung).

Streitfall: Das Arbeitsverhältnis des Klägers wurde im Jahr 2010 durch Aufhebungsvertrag beendet. Er erhielt eine sogenannte Tarifabfindung in Höhe von 10.200 EUR, die ihm noch im Jahr 2010 ausgezahlt wurde sowie eine betriebliche Abfindung in Höhe von 104.800 EUR, die ihm im Jahr 2011 ausgezahlt wurde. Das Finanzamt erkannte die Tarifermäßigung nicht an, weil die Abfindung in zwei Teilbeträgen in den Jahren 2010 und 2011 ausgezahlt worden war.

Der Bundesfinanzhof (BFH) gab der hiergegen gerichteten Klage statt:

 Die Auszahlung einer Abfindung in zwei verschiedenen Jahren führt grundsätzlich zur Versagung der Tarifermäßigung.

• Ausnahmsweise ist die Auszahlung einer Abfindung in Teilbeträgen aber unschädlich. Das ist dann der Fall, wenn es sich bei den Teilzahlungen um eine Hauptleistung und um eine geringfügige Nebenleistung handelt.

Im Streitfall stellte der im Jahr 2010 ausgezahlte Teilbetrag von 10.200 EUR eine solche geringfügige Nebenleistung dar und war daher steuerlich unschädlich. Die Hauptleistung bestand in der betrieblichen Abfindung in Höhe von 104.800 EUR. Für die Hauptleistung wird Tarifbegünstigung gewährt. Für die Nebenleistung wird keine Begünstigung eingeräumt.
eine Frage der Zuordnung
Wird unter Familienangehörigen zum Beispiel eine gemischt genutzte Immobilie teilentgeltlich übertragen, ist die vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises grundsätzlich für das Finanzamt bindend. Oft wird jedoch keine Kaufpreiszuordnung vorgenommen und damit unter anderem Abschreibungsvolumen verschenkt.

Beispiel: Den Eheleuten gehört ein Doppelhaus mit zwei gleich großen Hälften. Der Verkehrswert beträgt 500.000 EUR (der Anteil Grund und Boden soll 20 Prozent betragen). Die Eheleute übertragen zum 1. Januar des Jahres das Grundstück auf die Tochter, die hierfür 250.000 EUR bezahlen muss. Die eine Haushälfte bewohnt die Tochter selbst. Die andere Hälfte wird fremdvermietet. Da das Abschreibungsvolumen bereits verbraucht ist, konnten die Eltern zuletzt keine Abschreibung mehr im Rahmen ihrer Vermietungseinkünfte geltend machen. Zur Finanzierung der Abstandszahlung nimmt die Tochter ein Darlehen auf.

Keine Zuordnung
Wenn keine Zuordnung der Abstandszahlung im Übertragungsvertrag vorhanden ist, ist das Verhältnis des Entgelts zum Verkehrswert maßgebend. Der Erwerb ist in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Die Tochter kann ihre auf den vermieteten Teil entfallenden Gebäudeanschaffungskosten in Höhe von 100.000 EUR (250.000 EUR x 0,8 x 0,5) mit 2 Prozent abschreiben.

• Es ergibt sich somit eine jährliche Abschreibung in Höhe von 2.000 EUR.
• Die Schuldzinsen können anteilig als Werbungskosten abgezogen werden.

Konkrete Zuordnung
Bei einer konkreten Zuordnung der Abstandszahlung im Übertragungsvertrag - ein Zweifamilienhaus wird in zwei eigenständige Wirtschaftsgüter aufgeteilt (fremdvermietete und selbstgenutzte Wohnung), ist die im Vertrag vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises für das Finanzamt grundsätzlich bindend.

Vereinbaren die Eltern mit der Tochter im Übertragungsvertrag, dass die Tochter die 250.000 EUR ausschließlich für den vermieteten Teil bezahlen muss, betragen die Gebäudeanschaffungskosten nach Abzug des Grund- und Bodenanteils 200.000 EUR.

• Es ergibt sich somit eine jährliche Abschreibung von 4.000 EUR.
• Die Schuldzinsen können in voller Höhe abgezogen werden.

Die Art der Finanzierung (Eigen- oder Fremdfinanzierung) bei einer gemischt genutzten Immobilie und die damit verbundene Zuordnung auf die unterschiedlichen Gebäudeanteile liegen im Ermessen des Steuerpflichtigen. Um den Schuldzinsenabzug zu optimieren, müssen die Kredite den vermieteten Gebäudeanteilen und die Eigenmittel den zu eigenen Wohnzwecken genutzten Bereichen zugeordnet werden.
absetzbar
Um ein Arbeitszimmer absetzen zu können, muss das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bilden. Völlig unabhängig davon, ob man jedoch ein Arbeitszimmer hat, sind Arbeitsmittel wie zum Beispiel Schreibtisch, Computer und Lampe stets absetzbar.
auszahlen
Als Arbeitgeber können Sie Ihren Mitarbeitern einmal im Jahr eine pauschal versteuerte Erholungsbeihilfe auszahlen - ohne Sozialabgaben. Für den Arbeitnehmer sind 156 EUR, für den Ehepartner 104 EUR und pro Kind 52 EUR zulässig. Die Beihilfe muss innerhalb von 3 Monaten vor oder nach Antritt des Urlaubs bezahlt werden.
erhalten
Minijobber können auch einen Dienstwagen erhalten. Die Versteuerung erfolgt nach der Ein-Prozent-Regel. Die Summe aus Barbezügen und dem Sachbezug Dienstwagen darf  insgesamt den Betrag von 450 Euro nicht übersteigen.
haushaltsnah
Die Kosten des Bewohners eines Seniorenheims für eine Notrufbereitschaft, die 24 Stunden am Tag erreichbar ist, gelten als haushaltsnahe Dienstleistungen. Damit wird eine Steuerermäßigung von 20 % auf den Rechnungsbetrag gewährt.
Gratulation
Tristan Schüle, der im Jahr 2009 seine berufliche Laufbahn mit einem Dualen Studium zum Bachelor of Arts in unserem Hause startete, wurde am 3. März 2016 offiziell zum Steuerberater bestellt. Er hat den Masterstudiengang und die Steuerberaterprüfung mit einem hervorragenden Ergebnis absolviert! Wir beglückwünschen Tristan Schüle sehr herzlich zu diesem erfolgreichen Abschluss und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm als Steuerberater in unserer Kanzlei in Bopfingen.

Tristan Schüle hat die Steuerberaterprüfung erfolgreich bestanden
Kennen Sie diese Zahl?
87
Höhe der weltweiten Gesamtverschuldung am Ende des Jahres 2000, in Billionen Dollar.
199
Höhe der weltweiten Gesamtverschuldung am Ende des Jahres 2014, in Billionen Dollar.
Quelle: brand eins Wirtschaftsmagazin
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