Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es ist entschieden! Die Erbschaftsteuerreform ist rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft getreten.

Eine gute Nachricht! Fehlerhafte Rechnungen dürfen nun nachträglich berichtigt werden.

Noch nicht ganz entschieden! Laut Finanzgericht Thüringen ist für den Abzug der Umsatzsteuervorauszahlung im Vorjahr entscheidend, dass die Zahlung bis zum 10. Januar erfolgt.

Gewusst wie! Minijobber dürfen im Monat auch mehr als 450 EUR im Monat verdienen, wenn unterm Strich die jährliche Verdienstgrenze von 5.400 EUR eingehalten wird.

Es geht weiter! Wir halten Sie auch weiterhin mit interessanten Themen aus der Steuerwelt auf dem Laufenden! Und das sehr gerne!

Herzlichst

Ihr
Otto Kieninger und Joachim Vogel
Erbschaftsteuerreform
zugestimmt & rückwirkend
Der Bundesrat hat am 14. Oktober 2016 der Reform der Erbschaftsteuer zugestimmt. Das Gesetz ist rückwirkend zum 1. Juli 2016 in Kraft getreten.

Auch künftig werden Firmenerben weitestgehend oder komplett von der Erbschaftsteuer verschont bleiben, wenn sie ihr Unternehmen weiterführen und Arbeitsplätze erhalten. Wer seine Firma im Wert von bis zu 26 Millionen Euro fünf Jahre weiterführt, bekommt 85 Prozent der Erbschaftsteuer erlassen. Wer sie sieben Jahre weiterführt, zahlt gar nichts. Bislang waren Betriebe mit bis zu 20 Arbeitnehmern von der Pflicht befreit, den Erhalt der Arbeitsplätze nachzuweisen. Diese Grenze sinkt durch die Reform. Demnach sind nur noch Unternehmen mit maximal fünf Arbeitnehmern von der Nachweispflicht befreit.

Die wichtigsten Neuregelungen im Überblick

• Um den Wert eines Unternehmens festzustellen, soll das Betriebsergebnis maximal mit dem Faktor 13,75 multipliziert werden.
• In Fällen, in denen ein Erbe finanziell nicht in der Lage ist, die Erbschaftsteuer zu bezahlen, soll sie künftig für sieben Jahre gestundet werden können. Ab dem zweiten Jahr werden Zinsen fällig.
• Bei großen Betriebserbschaften ab 26 Millionen Euro wird ein Wahlrecht zur Begleichung der Steuerschuld eingeräumt.

Bei Fragen zum Thema Erbschaftsteuerreform beraten und unterstützen wir Sie sehr gerne!
Rechnungen
nachträglich & berichtigt
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hält eine rückwirkende Berichtigung fehlerhafter Rechnungen für möglich und damit einen rückwirkenden Vorsteuerabzug für zulässig:

Somit kann künftig eine Berichtigung fehlerhafter Rechnungen noch während der Außenprüfung vorgenommen werden, nachdem der Prüfer die Ordnungsmäßigkeit einzelner Rechnungen beanstandet hat, ohne dass es zu einer Zinsbelastung kommt.

Hintergrund:
Der Vorsteuerabzug setzt eine ordnungsgemäße Rechnung voraus. Ist die Rechnung fehlerhaft oder unvollständig, kann sie berichtigt werden. Nach Auffassung der Finanzverwaltung wirkt die Berichtigung aber nicht zurück. Es droht deshalb eine Verzinsung der Umsatzsteuernachzahlung für das Jahr, in dem der Vorsteuerabzug zunächst geltend gemacht worden war.

In einer weiteren Entscheidung machte der EuGH deutlich, dass der Vorsteuerabzug nicht allein aufgrund formaler Mängel der Rechnung versagt werden kann, zum Beispiel weil hier die Leistung nicht genau genug beschrieben worden ist. Dies gilt zumindest in Fällen, in denen die Finanzverwaltung anhand weiterer Unterlagen selbst prüfen kann, ob das Recht zum Vorsteuerabzug besteht. Um Streitigkeiten von vornherein zu vermeiden, sollten Rechnungen dennoch sämtliche formale Anforderungen erfüllen.
Umsatzsteuervorauszahlung
regelmäßig & wiederkehrend
Eine am 8. Januar 2015 gezahlte Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014 ist bei der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschussrechnung im Jahr 2014 absetzbar, weil es sich um eine regelmäßig wiederkehrende Ausgabe handelt, die innerhalb der ersten zehn Tage des Folgejahres 2015 gezahlt worden ist und die auch am Samstag, dem 10. Januar 2015, fällig war. Die Fälligkeit verschiebt sich nicht etwa auf Montag, den 12. Januar 2015.

Streitfall: Die Klägerin war Unternehmerin und ermittelte ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschussrechnung. Sie bezahlte ihre Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014 am 8. Januar 2015 und machte die Zahlung für das Jahr 2014 als Betriebsausgabe geltend. Das Finanzamt erkannte die Zahlung lediglich als Betriebsausgabe des Jahres 2015 an, weil die Umsatzsteuervorauszahlung erst am Montag, dem 12. Januar 2015, fällig gewesen sei; denn der eigentliche Fälligkeitstag, der 10. Januar 2015, war ein Samstag. Das Thüringer Finanzgericht (FG) gab der hiergegen gerichteten Klage statt:

Hinweise: Dem FG zufolge ist der Fälligkeitstag für die Umsatzsteuervorauszahlung Dezember stets der 10. Januar des Folgejahres, auch wenn es sich hierbei um einen Samstag oder Sonntag handelt. Für den Abzug der Umsatzsteuervorauszahlung im Vorjahr ist also lediglich erforderlich, dass die Zahlung bis zum 10. Januar erfolgt.

Die Entscheidung ist auch für den Betriebsausgabenabzug 2015 für eine 2016 geleistete Zahlung relevant. Denn im Jahr 2016 fiel der 10. Januar auf einen Sonntag. Gegen das Urteil ist Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt worden. Bis zu einer Entscheidung des BFH sollten abschlägige Bescheide offengehalten werden.
Minijobber
schriftlich & empfehlenswert
Arbeitsverträge schriftlich zu schließen, ist, auch wenn dies in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, absolut empfehlenswert und zwar insbesondere bei Minijobbern. Denn hier können Arbeitsverträge auch eine Art Nachweis beziehungsweise Dokumentation einer Prognose über die Einhaltung der 5.400-Euro-Grenze im Jahr sein.

Was viele nicht wissen oder beachten: Bei einem Minijobber ist nicht die Einhaltung der 450-Euro-Grenze pro Monat ausschlaggebend, sondern die Einhaltung der 5.400-Euro-Grenze (12 x 450 EUR = 5.400 EUR) im Jahr entscheidend. Es ist also durchaus möglich, dass ein Minijobber die ersten sechs Monate 600 Euro verdient, wenn von Anfang an vorgesehen ist, dass er die nächsten sechs Monate dann nur noch 300 Euro verdient (6 x 600 EUR + 6 x 300 EUR = 5.400 EUR).

Nun kann es natürlich vorkommen, dass der Minijobber dann doch dauerhaft deutlich mehr verdient, als ursprünglich vorgesehen war. Wenn man dann auf eine schriftliche Prognose im Arbeitsvertrag verweisen kann, die die geplante Einhaltung der 5.400-Euro-Jahresgrenze belegt, ist man auf der sicheren Seite – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Überschreitung des Jahresbetrages unausweichlich wird.

Beispiel: Ein Gastwirt beschäftigt einen Kellner ab April als Minijobber. Im Arbeitsvertrag wird vereinbart, dass er von April bis September 600 EUR im Monat verdient und von Oktober bis März 300 EUR. Im Oktober zeichnet sich dann allerdings ab, dass der Kellner auch ab Oktober weiterhin 600 EUR verdienen wird. Er muss ihn ab diesem Zeitpunkt als sozialversicherungspflichtigen Angestellten umschlüsseln. Für die ersten sechs Monate gilt jedoch der Status als Minijobber.

Das Ganze funktioniert nur, wenn der Arbeitgeber vom Beginn des Arbeitsvertrages eine schriftliche Prognose, die am besten direkt im Arbeitsvertrag dokumentiert ist, vorlegen kann.

angepasst
Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR je Stunde gilt seit dem 1. Januar 2015. Alle zwei Jahre kann der Mindestlohn angepasst werden. Ab 1. Januar 2017 werden die 8,50 EUR auf 8,84 EUR je Stunde erhöht.
typisch
Die Ein-Prozent-Regel fällt nur bei Fahrzeugen an, die „typischerweise“ privat verwendet werden, nicht jedoch für Lkw und Transporter und laut aktuellem Urteil des Bundesfinanzhofs auch nicht für einen VW-Bus mit verblechter Ladefläche.
ortsüblich
Ob eine mit einem nahen Angehörigen vereinbarte Miete ortsüblich ist, richtet sich nach der ortsüblichen Warmmiete und nicht nach der ortsüblichen Kaltmiete. Beträgt die vereinbarte Warmmiete weniger als 66 % der ortsüblichen Warmmiete, wird ein Verlust aus Vermietung und Verpachtung nur teilweise anerkannt.
gemindert
Der Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge wird nicht durch Zuschüsse der Krankenkasse gemindert, die diese im Rahmen eines Bonusprogramms für zusätzliche Gesundheitsaufwendungen gewährt.
Kanzleinews
Azubitreffen
Bei unserem Azubitreffen im Burger King Restaurant in Aalen im September 2016 erfuhren unsere Auszubildende Wissenswertes über das Franchisesystem von Burger King. Tobias Wolf, Franchisenehmer und Geschäftsführer des dortigen Restaurants, gewährte interessante Einblicke in die Geschäftswelt von Burger King und zeigte auf, wie wichtig eine verlässliche Kostenrechnung ist und wie WHOPPER und BIG KING "gebaut" werden. Auch die Verkostung der Produkte kam nicht zu kurz.


KIENINGER bietet jedes Jahr Ausbildungsplätze zur/m Steuerfachangestellten sowie  Studienplätze für das duale Studium zum „Bachelor of Arts (B.A.)“ im Studiengang „RSW – Steuern und Prüfungswesen“ an.
Kennen Sie diese Zahl?
0,79
Preis für die Herstellung eines US-Cents im Jahr 2001, in US-Cent.
1,67
Preis für die Herstellung eines US-Cents im Jahr 2014, in US-Cent.
Quelle: brand eins Wirtschaftsmagazin
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