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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Konjunkturprogramm „auf Zeit“ wurde nun verabschiedet und gilt vom
1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020.

In dieser Ausgabe gehen wir explizit auf die Senkung des Umsatzsteuersatzes ein – insbesondere was die konkreten Maßnahmen und steuerlichen Auswirkungen bei Leistungen, Preisvereinbarungen bei Verträgen sowie bei Anzahlungen betrifft.

Zudem informieren wir Sie über die Umsetzung in den DATEV-Rechnungswesen-Programmen.

Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, Sie aktiv zu unterstützen und Ihre Fragestellungen zu klären.

Auch wenn die Umsetzung einen gewissen Aufwand mit sich bringt, ist das Konjunkturprogramm als echte Unterstützung zu sehen, das ein großes Ziel verfolgt, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Lassen Sie uns den Blick nach vorne richten - alles wird (wieder) gut!


Herzlichst

Ihr

Joachim Vogel
Konjunkturprogramm
Beispiel
Bauunternehmer Max errichtet einen Neubau auf dem Grundstück eines Privatmanns zu einem Festpreis von brutto 300.000 EUR:
Bei Abnahme bis 30. Juni 2020 entsteht 19/119 von 300.000 EUR = 47.899 EUR Umsatzsteuer.
Bei Abnahme erst im Juli 2020 beträgt die Umsatzsteuer lediglich 16/116 von 300.000 EUR = 41.739 EUR = 6.160 EUR mehr Ertrag für Max (anders verhält es sich bei einer Nettopreisvereinbarung, bei der der Umsatzsteuervorteil beim Endkunden ankommt).


Preisvereinbarungen aufgrund der Umsatzsteuersenkung in langfristigen Verträgen

Anpassungspflicht kann sich ergeben
  • aufgrund einer Vertragsklausel, z. B. im Werkvertrag über die Errichtung eines Gebäudes. (Anpassungsklauseln in den AGB sind unwirksam, wenn die Leistung an einen Privatmann innerhalb von 4 Monaten erfolgen soll.)
  • aus § 29 UStG, wenn der Vertrag nicht später als 4 Monate vor der Steuersatzänderung geschlossen wurde = bis 29. Februar 2020. (Jedoch keine Anpassungspflicht, wenn eine Anpassung im Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen wurde = Festpreisklausel.)


Umsatzsteuer auf Anzahlungen

Entsteht bereits mit der Vereinnahmung = bei Vereinnahmung bis Juni 2020 noch mit 19 % oder 7 %.

Rechnungen für Leistungen, die vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 ausgeführt werden, können auch schon vor dem 1. Juli 2020 mit 16 % oder 5 % ausgestellt werden, entsprechendes gilt bei Rechnungen für Leistungen ab dem 1. Januar 2021, dann mit 19 % oder 7 %.

Die Höhe des Umsatzsteuersatzes in der Schlussrechnung hängt vom Zeitpunkt der Ausführung der Leistung ab. Wird die Leistung im zweiten Halbjahr 2020 ausgeführt, entsteht 16 % oder 5 % auf das gesamte Entgelt. Die zu hohe Umsatzsteuer auf die Anzahlungen wird im Voranmeldungszeitraum der Ausführung berichtigt.

Beispiel
Klempnermeister Moritz führt Sanitärinstallationen in einem Neubau aus. Er erhält im Februar 2020 eine Anzahlung über 59.500 EUR. Fertigstellung und Abnahme im August 2020. Schlussrechnung über netto 80.000 EUR.


Zahlreiche weitere Einzelheiten dazu finden Sie in einem Entwurf des Bundesministeriums der Finanzen, der auf der
Homepage des BMF veröffentlicht ist.


Umsetzung in den DATEV-Rechnungswesen-Programmen

Ein erstes Service-Release ist ab heute verfügbar und bei uns und in der VOGELcloud bereit installiert. Mit diesem Service-Release können Sie mit den aktuell geänderten Steuersätzen buchen. Die Umsetzung der geänderten Kontenrahmen in den Auswertungen erfolgt voraussichtlich mit dem Service-Release Ende Juli 2020.

Eine Übersicht der neuen und geänderten Standard-Konten und Standard-Steuerschlüssel in den DATEV-Standardkontenrahmen finden Sie im Dokument „Vorläufige Änderungen DATEV-Kontenrahmen 2020 aufgrund befristeter Umsatzsteuersenkung vom 01.07.2020 bis 31.12.2020“, abgelegt im Downloadbereich auf unserer Homepage.

Die meisten Konten und Steuerschlüssel können Sie, wie gewohnt, weiterverwenden.

Alle Konten und Steuerschlüssel mit den Funktionsergänzungen 001 (voller Steuersatz) und 002 (ermäßigter Steuersatz) ermitteln anhand des Leistungsdatums den korrekten Steuersatz.

Wenn Sie ohne Leistungsdatum buchen, bestimmt das Belegdatum den Steuersatz.

Wenn Sie die Bank buchen, nutzen Sie die Buchungsmodus Zahlungen buchen oder Buchen elektronischer Belege. Nur damit werden bei Zahlungsbuchungen mit Skonto oder bei Ist-Versteuerung die richtigen Steuersätze für die abgeleiteten Buchungen ermittelt.

Die Umsätze zum geänderten Steuersatz sind grundsätzlich nicht über neu eingeführte Zeilen/Kennziffern in den Steuerformularen zu deklarieren, sondern über die jeweiligen Auffangpositionen "Umsätze zum anderen Steuersatz" abzubilden. Folglich dürfte es auch keine geänderten Formulare für Umsatzsteuer-Voranmeldung und Umsatzsteuer-Jahreserklärung im Rahmen der Umsatzsteuersatzsenkung zum 01.07.2020 geben.


Wir unterstützen Sie jederzeit und gerne bei der konkreten Umsetzung, kommen Sie bitte einfach auf uns zu!
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