Liebe Leserinnen, liebe Leser,
abgeschrieben & erhöht: bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde die Abschreibungsgrenze erhöht.

Steuerfrei & verrechnet: nach einer Neuregelung sind Sanierungsgewinne steuerfrei.

Gesetzlich & gewährt: der erbschaftsteuerliche Pflegefreibetrag wird auch unterhaltspflichtigen Kindern gewährt.

Automatisch & eingeordnet: bei einer Heirat werden Ehegatten künftig automatisch der Steuerklasse IV zugeordnet.

In unserer Rubrik „kurz & bündig“ finden Sie weitere interessante und aktuelle Infos – einfach einen Blick „riskieren“.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Herzlichst

Ihr
Otto Kieninger und Joachim Vogel
Geringwertige Wirtschaftsgüter
abgeschrieben & erhöht
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) können im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden, auch wenn sie eine Nutzungsdauer von mehreren Jahren haben. Bislang lag die Wertgrenze bei 410 EUR netto. Künftig liegt die Grenze bei 800 EUR netto.

Die Neuregelung gilt für alle GWG, die ab dem 1. Januar 2018 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden.
Daher sollte die Verschiebung von Investitionen ins Jahr 2018 geprüft werden.


Die Abschreibungsgrenze hat grundsätzlich keine Auswirkung auf immaterielle Wirtschaftsgüter. Allerdings hat die Bundesregierung inzwischen mitgeteilt, dass sie die 800 Euro-Grenze ab 2018 prinzipiell auch auf Computerprogramme anwenden will. Sollten sich diese Pläne noch ändern, werden wir Sie informieren.
Sanierungsgewinne
steuerfrei & verrechnet
Sanierungsgewinne, die nach dem 8. Februar 2017 aufgrund eines Schuldenerlasses durch einen Gläubiger entstehen, werden nach der Neuregelung steuerfrei gestellt. Dies gilt nicht nur für die Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer, sondern auch für die Gewerbesteuer.

Soweit der Sanierungsgewinn steuerfrei ist, fällt ein Verlustvortrag weg. Der Verlustvortrag kann also nicht mehr für die Verrechnung mit künftigen Gewinnen verwendet werden. Zudem ist der Unternehmer verpflichtet, sogenannte stille Lasten im Sanierungsjahr und im Folgejahr gewinnmindernd zu heben. Dies bedeutet: er muss Teilwertabschreibungen in Anspruch nehmen, damit diese mit dem Sanierungsgewinn verrechnet und nicht für die Verrechnung mit künftigen Gewinnen genutzt werden können.

Sanierungskosten sind nach der Neuregelung nicht als Betriebsausgaben abziehbar, sondern mindern den steuerfreien Sanierungsgewinn, unabhängig davon, ob sie im Sanierungsjahr selbst oder im Folgejahr oder Vorjahr anfallen.

Die Neuregelung tritt erst in Kraft, wenn die EU-Kommission feststellt, dass es sich bei der Steuerbefreiung nicht um eine europarechtswidrige Subvention handelt.
Pflegefreibetrag bei der Erbschaftsteuer
gesetzlich & gewährt
Der erbschaftsteuerliche Pflegefreibetrag von bis zu 20.000 EUR wird auch unterhaltspflichtigen Kindern gewährt. Eine gesetzliche Unterhaltspflicht steht der Gewährung des Freibetrags also nicht entgegen.

Streitfall: Die Mutter der Klägerin starb im August 2012 und vererbte der Klägerin fast 800.000 EUR. Die Klägerin hatte ihre Mutter bereits seit 2001 in ihren Haushalt aufgenommen und gepflegt. Das Finanzamt gewährte keinen Pflegefreibetrag, weil es die Klägerin als unterhaltspflichtig ansah und der Pflegefreibetrag ausschließlich nicht unterhaltspflichtigen Erben gewährt werde.

Der Bundesfinanzhof (BFH) gab der Klage statt. Der Freibetrag beträgt im Streitfall 20.000 EUR. Die Höhe des Freibetrags richtet sich nach dem Wert der erbrachten Pflegeleistungen. Hierzu können die üblichen Vergütungssätze der Pflegeberufe herangezogen werden.
Steuerklassen für Ehegatten
automatisch & eingeordnet
Bei einer Heirat werden Ehegatten künftig automatisch in die Steuerklasse IV eingeordnet, auch wenn einer der Partner keinen Arbeitslohn bezieht; die Kombination III/- (das heißt der Nicht-Arbeitnehmer erhält keine Lohnsteuerklasse) ist nicht mehr möglich.

Haben die Eheleute bereits in einem früheren Jahr geheiratet und sich für die Kombination III/V entschieden, kann der Wechsel von der Steuerklassenkombination III/V auf die Kombination IV/IV künftig auf Antrag auch nur eines Ehegatten erfolgen - ein gemeinsamer Antrag ist nicht mehr erforderlich. Der Ehegatte, der die ungünstigere Steuerklasse V hat, kann also eigenständig einen Wechsel zu der für ihn günstigeren Steuerklasse IV herbeiführen mit der Folge, dass der andere Ehegatte, der bislang die günstigere Steuerklasse III hatte, nun auch zur Steuerklasse IV wechseln muss. Der Wechsel von der Steuerklassenkombination IV/IV zur Kombination III/V ist nur durch einen gemeinsamen Antrag beider Ehegatten möglich.

Die Neuregelungen gelten ab dem 1. Januar 2018 und sind auch auf Lebenspartnerschaften anwendbar.
künstlerisch
Ab Januar 2018 sinkt der Abgabesatz für die Künstlersozialversicherung von bisher 4,8 % auf 4,2 %.
fristwahrend
Der Einwurf einer Steuererklärung am letzten Tag der Antragsfrist ist selbst dann fristwahrend, wenn er beim unzuständigen Finanzamt erfolgt.
abgeklärt
Laut einem aktuellen Urteil soll der Verkaufsgewinn bei selbstgenutzten Ferienwohnungen besteuert werden, wenn deren Anschaffung weniger als zehn Jahre zurücklag. Das Thema muss jedoch noch abschließend durch den Bundesfinanzhof abgeklärt werden.
abzugsfähig
Nicht nur Bewirtungskosten im Restaurant, auch Trinkgelder sind abzugsfähig. Voraussetzung: das Trinkgeld muss auf der Rechnung durch das Restaurant quittiert werden. Abzugsfähig sind 70 Prozent. Vorsteuerabzug gibt es für Trinkgelder keinen.
Kanzleinews
10 Jahre KIENINGER

Am 1. Oktober 2017 konnten wir Anja Genkinger zu 10 Jahren Betriebszugehörigkeit gratulieren. Anja Genkinger ist im Bereich Jahresabschluss in unserer Kanzlei in Aalen tätig. Wir danken Anja Genkinger sehr herzlich für ihr Engagement und ihre Verbundenheit zum Hause KIENINGER und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!
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183.860
Firmenwert von Facebook im Jahr 2015, in Millionen US-Dollar.
103.741
Firmenwert von Daimler im Jahr 2015, in Millionen US-Dollar.
Quelle: brand eins Wirtschaftsmagazin
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